Eigenes Velo – überall?

Ich habe an der Pressereise «Echt Aktiv» im vielseitig schönen Südharz teilnehmen dürfen. Hier nehmen Velofahrer ihre Exkursionen paradiesisch wahr, mit den erdig-schönen Berg- und Flusslandschaften. In ihren Beuteln ein Prospekt von Swapfiets von der Tourismusinformation.

«Kostet nur Euro 79,- pro Monat und Person, und überall kann der Reisende ein Velo bekommen. Muss sich um nichts mehr kümmern,» so das Motto von Swapfiets. «Eben dort, wo Swapfiets Velos verleiht. Wirklich überall?», unsere Gegenfrage. Ich kenne die Preise engagierter Fahrradverleiher in ganz Europa. Tagesmiete oft mehr als Euro 20,-. Dafür gibt es einen persönlichen Service von den engagierten Fahrradverleiher.

Genau habe ich mir die Webseite von Swapfiets angeschaut. Einfach weil ich von diesem Geschäftsfeld schon genug enttäuscht wurde: Alle Räder für unsere Journalistengruppe in einem Kleinlaster, einem Mitarbeiter ist auferlegt worden, diese individuell einzustellen. Das bedeutet sowohl Lenker als auch Sattel. Vorne beim Rad, ein Gepäckträger, nur ohne fixierende Befestigung. Das Rad selbst gendergerecht, weder ein Damen- noch Herrenrad, – also etwas dazwischen. Wegen Arthrose-Probleme hab ich nicht aufsteigen können.

Es ist Zeit verplempert worden, um die Velos bereit zustellen: Interviews sind für meinen Kollegen nicht machbar, kein Mitarbeiter von Swapfiets mit ein wenig übriger Zeit. Dabei ist die Grundidee meines Kollegen, «Fahrradreisen via Swapfiets» doch gut! «Wirklich, gut?» Holländer verstehen so manches vom Fahrradverkehr. «Auch vom Tourismus? Und was passiert, wenn alle kleinen Radverleiher dank Swapfiets nicht mehr konkurrenzfähig sind? Wie können die einbezogen werden?»

Das gesamte Thema könnte durchaus auch mehr Hoteliers herausfordern. Auch sie können Velos bereitstellen und vermieten. Täten dies Zahlreiche, beträfe sie dieses Thema ebenso. Mit ihrem zusätzlichen Einfluss und Engagement dafür, liesse sich hier so manches ändern.
Bei mir in Baden beispielsweise vermietet das «Du Park». Und unterwegs treffe ich immer wieder auf ermunternde Beispiele.

Also begrüssen wir internationale «Sharing»-Anbieter wie Swapfiets, welche Monopole anstreben?

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